Segeln – Einpackhilfe

Weniger ist oft mehr! Das trifft auch auf die persönlichen Gegenstände und Ausrüstung beim Segeln zu. Auf Segelbooten ist i.d.R. nicht viel Platz – auch nicht auf unserer Seascape 27 😉 Wenn dann der Innenraum mit Rucksäcken und Bekleidung zugestopft ist, kann sich das “von links nach rechts räumen” um dann wieder “von rechts nach links zu räumen” und ewige Suchen in Nerverei und gedrückter Stimmung niederschlagen.

Andererseits ist die richtige Ausrüstung für den Segelspaß sehr wichtig. Am Tag nach unserer Taufe sind zwei unserer Mitsegler bei der ersten größeren Welle auf Am Wind Kurs direkt nass bis auf die Unterhose gewesen… also Wende, ab in den Hafen, Hafentag.

Ich werde im Weiteren meine Empfehlung auf Basis der bisher gemachten – wenn auch wenigen – Erfahrungen beschreiben und diese Liste bei neuen Kenntnissen aktualisieren. Die Liste ist an die Gegebenheiten auf norðri – unserer Seascape 27 angepasst.

Dem Thema Schuhe habe ich ein extra Seite gewidmet.

Beim Segeln

Nichts ist unangenehmer als beim Segeln zu frieren. Dies kommt entweder durch zu dünne oder nasse Bekleidung. Da die Temperaturen auf See stark schwanken können, bietet sich das Zwiebelprinzip an. Viele Schichten, die man nach Bedarf an- / ausziehen kann.

  1. Es muss eine wasserdichte äußere Schicht Klamotten mit (Jacke, Hose, Stiefel/ Schuhe). Die Seascape 27 hat kein besonders hohes Freibord und schneidet eher durch die Wellen. Bei etwas mehr Wind und Wellen wird das Cockpit daher auch gerne mal überspült.
    Entsprechende Segelbekleidung ist dafür ideal. Als besonders wichtig hat sich eine Salopette oder Latzhose herausgestellt, da diese auch bei verrutschter Jacke dafür sorgt, dass der Oberkörber und vor allem der Rücken warm bleibt. Bei kühleren Temperaturen in Kombination mit Stiefeln sehr angenehm. Ich liebe meine Gill O2 Latzhose und trage an Board oder auch nach dem Segeln eigentlich nichts anderes.
    Wer das nicht hat, sollte eine wasser- und winddichte Regenhose und -jacke einpacken und vielleicht einen Nierengurt, wie Motorradfahrer ihn tragen.
  2. Wind und Wasser bleibt schon mal draußen, sehr gut! Nun eine oder mehrere Zwischenschichten für gute Temperierung – je nach Qualität der Außenhaut muss hier mehr oder weniger her. Lange Fließjacke und Hose spende viel Wärme und nehmen zusammengelegt wenig Platz weg. Ein warmer Pullover, am Besten mit Kaputze ist zudem empfehlenswert. Alternativ ließe sich ein dickerer Jogginganzug verwenden.
  3. Unter dem Fließ am Besten eine Schicht Baumwolle für die Schweißaufnahme (z.B. baumwoll T-Shirt und lange Unterhose).
  4. Letze Schicht: Unterwäsche – Empfehlung: 1 frische Unterhose pro Tag 😉
  5. Socken: Ein paar lange warme Socken zum drüberzhiehen. Sonst reichen die normalen Socken aus, sie sollten allerdings nicht zu schweißfüßen führen. Das ist zum einen Naß und kann zu einem unangenehm würzigen Gerucht im Salon führen. Laufsocken sind prima.
  6. Kopfbedeckung gegen Regen und UV und Sonnenbrille sind wichtig. Der Wind trifft nicht nur auf die Segel selbst, sondern auch auf die Person. Daher ist es praktisch, wenn die Kopfbedeckung irgendwie gegen wegfliegen gesichert werden kann.
  7. Ich persönlich trage sehr gerne Segelhandschuhe mit offenen Fingerkuppen. Fahrradhandschuhen sehr ähnlich, zeichnen Segelhandschuhe sich dadurch aus, dass der Handschuh über beide Fingerglieder reicht und so Schoten und Festmacher nicht direkt über die Haut rutschen. Dadurch, dass die Finderkuppen offen sind, lassen sich Tablets und Smartphones aber immer noch Bedienen.

In den Sommermonaten reicht sicherlich auch weniger, aber auch im Sommer kann es regnen und Nachts auf dem Wasser sehr kühl sein!

Der Landgang

Hier sehe ich großes Weglass-Potential, den Einkauf oder Restaurantbesuch kann man auch in Segelbekleidung erledigen. Die Ostseehäfen scheinen urtümlicher – große Flaniermeilen, wie es sie z.B. im Mittelmeer gibt, scheinen eher selten. Also nicht zu Fancy. Ein langes Outfit (Jeans, T-Shirt, Pullover) sollte reichen. ggf. noch ein Hemd und Rock, wenn es mal schicker werden soll sowie ein kurze Hose bei warmen Temperaturen und gut.
In vielen Marinas befinden sich Waschmaschinen und Trocker. Sollte man die eine Jeans mal versaut haben, wird kurz gewaschen und schon geht’s weiter.

Badehose oder Bikini würde ich immer mitnehmen. Selbst wenn die Wassertemperaturen noch eher abschrecken, lässt sich eine Regentag gut in einem Thermalbad z.B. der Ostseetherme verbringen.

Übernachtung an Board

Neben den persönlichen Hygieneartikeln und einem größeren Handtuch ist pro Person ein Schlafsack – keine Doppelschlafsäcke – und ein gemütliches Kopfkissen angeraten. Der Schlafsack sollte warm sein. Wir arbeiten noch an unserem Lüftungs- und Heizkonzept mit Gästen an Board – oberes Steckschot weg und Heizung an scheint sich für den April zu bewähren.
Die “Matratzen” sind recht hard. Ein weiche Unterlage, z.B. eine gefaltete Wolldecke erhöhen den Schlafkomfort ungemein. Wir haben zwei Wolldecken an Board, weitere zwei wären jedoch gut. Auch bei langen Abenden im Cockpit eine dufte Sache.

Mädels, ein Fön muss echt nicht mit 😉 bisher habe ich in den Waschräumen jeder Marina irgendeine Art Haartrockner gesehen. Nutzung kostenlos.

Verpflegung an Board

Uns fehlt es derzeit noch an Geschirr, Bechern und Gläsern. Wir hatten kurzfristig 4 Bretter, von denen sind 2 allerdings nach einem Tag wieder verschwunden *hmpf*. Daher bitte pro Person einen Campingteller (tief) und einen Becher für Tee, Kaffee, Saft etc. mitbringen. Besteck, Gaskocher, Topf, Pfanne, Wasserkocher, Thermokannen, Sandwichmaker und Grill sind vorhanden.

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